Meine Covid-19-Erkrankung
Nachdem ich mich bereits einige Tage nicht wohlfühlte, wurde am 15. August 2022 bei mir eine Covid-Erkrankung mittels Schnelltest und anschließendem PCR-Test nachgewiesen. Wie stark und wie lange mich diese Erkrankung beschäftigen sollte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Und auch die Folgen und Entwicklungen überraschten mich.
Die ersten rund drei Wochen meiner Corona-Infektion verbrachte ich nahezu ausschließlich im Bett. Trotz dreifacher Covid-Schutzimpfung hatte ich zunächst starke Erkältungssymptome. Diese flachten zwar nach einigen Tagen ab, doch eine stark eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, permanente Müdigkeit sowie sehr starke Schmerzen in den Gelenken hielten weiter an. Aufgrund der Gelenkschmerzen wurden mir Schmerzmittel verordnet.
Nach gut vier Wochen schienen die akuten Symptome allmählich nachzulassen. Meine Konzentrationsfähigkeit wies zwar noch Defizite auf, und die Gelenkschmerzen waren weiterhin sporadisch vorhanden, aber es schien langsam bergauf zu gehen. Wie zu erwarten war, fühlte ich mich noch stark geschwächt und kraftlos, aber ich hatte die Hoffnung auf baldige Genesung. In der Folgezeit kam es jedoch immer wieder zu kleinen Rückschlägen, und insbesondere die Gelenkschmerzen kehrten sporadisch und in unterschiedlicher Intensität zurück. Die permanente Müdigkeit ließ nicht nach – ich benötigte täglich rund 14 bis 18 Stunden Schlaf.
Nach etwa sechs Wochen ging es mir dann deutlich besser – die Schmerzen in den Gelenken waren weitgehend verschwunden. Es blieben aber starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Trotzdem startete ich langsam mein Aufbauprogramm. Zaghafte und sehr kurze Spaziergänge waren im wahrsten Sinne des Wortes die ersten Schritte zurück in ein geregeltes Leben. Die Spaziergänge taten mir spürbar gut; ich hatte das Gefühl, mit jedem Schritt und Spaziergang würde ich die Müdigkeit aus meinem Körper herauslaufen. Ich versuchte, mein Pensum täglich zu steigern. Meistens gelang mir das auch, obwohl es immer wieder auch Rückschläge gab.
In den folgenden drei Wochen steigerte sich meine Leistungsfähigkeit durch Spaziergänge deutlich. Nach rund neun Wochen hatte ich in meiner Wahrnehmung meine ursprüngliche körperliche Leistungsfähigkeit wieder zu 80 bis 90 Prozent erreicht.
Während meiner Covid-Infektion und der anschließenden Rehabilitationsphase hatte sich mein Körpergewicht um rund zehn Kilogramm reduziert. Somit hatte ich wieder nahezu mein Wunschgewicht erreicht! Der Lohn für meine Mühen war meine erste Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg von Sarria nach Santiago de Compostela im spanischen Galicien.
Die Reise war toll. Die Anstrengungen der Pilgerwanderung von Mitte bis Ende November 2022 verkraftete ich – abgesehen von einem Tag – sehr gut. Als Kompensation für die teilweise auch sehr kräftezehrenden Tagesetappen gab es lange Ruhezeiten von täglich mindestens zwölf Stunden.
Ich glaubte, die Covid-Erkrankung nun vollständig besiegt zu haben. In den Tagen vor Weihnachten stellten sich dann jedoch wieder stärkere körperliche Reaktionen ein, die zu den mir bekannten typischen Covid-Symptomen passten. Die ständige Müdigkeit begleitete mich schon seit meiner Erkrankung im August 2022, und in der Vorweihnachtszeit kamen dann wieder teils stärkere bis starke Schmerzen in den Gelenken der oberen Körperhälfte hinzu. Insbesondere bei zu wenig Schlaf stellten sich diese Symptome immer wieder ein.
Im Januar und Februar 2023 war es gefühlt ein ständiges Auf und Ab. An einigen Tagen konnte ich mich kaum beziehungsweise nur sehr schlecht bewegen, und insbesondere die Schmerzen in den Gelenken machten mir erheblich zu schaffen. Zeitweise kamen auch Kopfschmerzen dazu, und meine Konzentrationsfähigkeit schien mir ebenfalls mitunter eingeschränkt.
Wenn ich nicht das von meinem Körper geforderte Schlafpensum von mindestens zehn oder eher zwölf Stunden einhielt, konnte ich mich mit hoher Wahrscheinlichkeit am Folgetag auf Kopfschmerzen und/oder Schmerzen in den Gelenken einstellen.
Erstaunlich war für mich die Tatsache, dass sich offenbar eine gewisse körperliche Belastung in Form von Spaziergängen eher positiv auf mein Wohlbefinden auswirkte. Zwar war ich nach ausgedehnten Runden, die ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit und der winterlichen Wetterverhältnisse meist nur noch an den Wochenenden absolvierte, manchmal sehr müde und benötigte im Anschluss an die Bewegung eine längere Ruhepause, aber es stellten sich praktisch nie Schmerzen in den Gelenken meines Oberkörpers ein.
Die rund drei Monate bis zu meinem nächsten Erholungsurlaub Anfang März 2023 waren somit sehr herausfordernd, und ich „hangelte“ mich von Wochenende zu Wochenende und hoffte täglich auf eine Verbesserung der Situation.
Den Urlaub im März nutzte ich dazu, meine körperliche Leistungsfähigkeit zu stabilisieren und meinem Körper ein ausreichendes Maß an Erholung zu gönnen. Mit der dreitägigen Pilgerwanderung in Irland konnte ich beide Vorhaben in die Tat umsetzen, verbunden mit der Hoffnung, dass sich meine Gesamtsituation im weiteren Jahresverlauf 2023 deutlich verbessern würde.
Stand: März 2023
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